15.03.2026 | von Simeon Ehrig
Zwei Wochen vor Beginn der olympischen Spiele begab sich unser Ski-Team gemeinsam mit anderen Wintersportlerinnen und -sportlern aus Sachsen nach Forni Avoltri in Italien zum European Forester’s Competition in nordic skiing (EFNS) – den europäischen Forstmeisterschaften im Biathlon (EFNS). Vom 18. bis 26. Januar konnten die Athletinnen und Athleten in drei Wettkämpfen zeigen, wie gut sie auf dem Ski unterwegs sind und wie ruhig ihre Hand am Lasergewehr ist.
Am Sonntag startete unsere Sportgruppe Richtung Italien bei wenig Schnee in Marienberg. Schnell stellte sich die Frage, wie die Schneesituation in Italien sein würde. Es folgte große Freude in Österreich – Sonnenschein und Schnee in Sicht. Lange wehrte sie nicht: Nachdem wir den Felbertauerntunnel durchfahren hatten, war nur noch dichter Nebel. Gen Tal wurde der Schnee immer weniger. Dann die Ernüchterung in Forni Avoltri: Es lag kein bisschen Naturschnee, die Wettkämpfe würden komplett auf Kunstschnee stattfinden.
Der Ablaufplan dieses Jahr sah die Einzelwettkämpfe in der klassischen und freien Technik am Dienstag und Mittwoch vor. Die Staffel war für Freitag angesetzt. Montag und Donnerstag waren wettkampffrei und so bestand die Möglichkeit an Exkursionen in das nahe gelegene Sägewerk oder in das ca. zwei Autostunden entfernte Triest teilzunehmen.
So richtig starteten die Forstmeisterschaften mit der Eröffnungsfeier am Montagabend unter freiem Himmel. In einem Paradezug liefen die Sportlerinnen und Sportler ins Gemeindezentrum ein, wo die Organisatoren die Meisterschaften in einem offiziellen Akt eröffneten.
Dienstag: Der erste Wettkampf im Freistil stand bevor. Dank der guten Tallage des Stadions im Schatten eines Gebirgszugs war die Strecke unerwartet gut präpariert – glatt und fest aber zugleich auch sehr griffig. So macht Ski fahren Spaß! Der Lauf lief gut für unser Ski-Team. Besondere Ergebnisse sind:
Mittwoch: Es ging es weiter mit dem Klassikwettkampf. Hier zeigte sich, dass die meisten ATSV-Sportlerinnen und Sportler die klassische Technik bevorzugen. Während am Vortag zehn von uns starteten, gingen nun 20 an den Start. Das Wachsen war dank stabiler und kalter Temperaturen nicht sonderlich problematisch. Eine Herausforderung entstand jedoch durch die Strecken-Präparation. In den meisten Abfahrten war die Spur durchgezogen und nicht viel Platz, um aus der Spur zu gehen. Trotzdem meisterte unser Team die Strecke ohne Sturz. Die Konkurrenz war stark dieses Jahr, weshalb es am Ende „nur“ zwei Podest-Plätze gab.
Freitag: Staffeltag. Nach dem 2. Platz im Vorjahr war die Frage groß, auf welchem Platz die Männerstaffel dieses Jahr landen würde? Die Originalbesetzungen aus dem vergangenen Jahr waren nicht möglich, deshalb fanden sich folgende drei sächsische Staffeln:
Im Vordergrund stand natürlich der olympische Gedanke: Dabei sein ist alles. Die Frauen-Staffel und die zweite Männerstaffel folgten diesem Gedanken, hatten viel Spaß beim Skifahren und schlossen mit den Plätzen 25 und 32 auch recht gut ab. Die erste Männerstaffel hatte ebenfalls ihren Spaß, malte sich jedoch wieder einen guten Platz aus. Nach einigen spannenden Platzwechseln in der Führungsgruppe während des Laufes erreichte unsere erste Männerstaffel den 6. Platz und war sehr glücklich darüber.
Traditionell wurde der Staffelwettkampf mit dem Fest der Nationen im Stadion abgeschlossen. Eine Festlichkeit, zu der jede Nation kulinarische Besonderheiten aus ihrem Land mitbringt und zusammen gegessen, getrunken, gesungen und getanzt wird. Am Abend fand noch die Abschlussveranstaltung statt, wo feierlich an die Organisatoren des EFNS 2027 in der Lenzerheide in der Schweiz übergeben wurde.
Samstag stand die Rückreise an. Allerdings fuhren nicht alle direkt nach Marienberg zurück. Einige Sportlerinnen Sportler machten noch einen Zwischenstopp in Bodenmais, um am Skadi Loppet teilzunehmen. Tobias und Simeon Ehrig nutzten die Gelegenheit, um in das nicht weit entfernte Moena zu fahren und am Marcialonga teilzunehmen.
70 Kilometer von Moena nach Cavalese – der Marcialonga 2026
Der Marcialonga war anspruchsvoller als erwartet. Seit Anfang November warteten die Italiener vergeblich auf Schnee. Es sah danach aus, dass der Marcialonga auf einem Kunstschneeband stattfinden würde. Allerdings machte der Winter diesem Plan doch noch einen Strich durch die Rechnung. Am Samstag vor dem Lauf schneite es ausgiebig sodass die Strecke mit ca. 20 bis 30 cm Neuschnee bedeckt wurde, die nicht einfach zu präparieren waren. Dazu kam, dass der Schneefall bis Sonntag anhalten sollte und auch viel Regen vorhergesagt wurde. Trotzdem schafften wir es mit viel telefonischer Hilfe von unserem Chef-Ski-Techniker Danilo zwei gute Ski für den Wettkampf anzurichten.
Trotz eines eigentlich einfachen Profils war der Lauf sehr anspruchsvoll. Über den größten Teil der Strecke gab es zwei Klassik-Loipen. Eine ähnelte einer ausgetretenen Eiswanne, die andere war zugeschneit. Manchmal gab es auch nur eine Spur. Am Ende meisterten wir die Strecken und waren mit unseren Leistungen sehr glücklich.
Unterwegs auf der Loipe trafen wir auch unseren Sportfreund Sven Kaltofen vom SSV 1863 Sayda. Für ihn war es seine erste Teilnahme am Marcialonga. Angelockt wurde er mit den Worten: „Du musst unbedingt mal den Marcialonga mitmachen. Durch die Ortschaften zu fahren ist etwas ganz Besonderes. Und das Wetter ist auch immer herrlich!“ Kurz resigniert, meinte er darauf nur: „Da muss ich wohl noch mal wieder kommen, um das zu erleben.“ Und recht hat er! Trotz miesen Wetters war es ein toller Lauf und ein Wiederkommen lohnt sich auf alle Fälle.